Protokoll der AVV Hamburg vom Sonntag, den 15.5.2011
TOPs:
1. Nachbereitung des letzten Monats (Wochenendes 30.April-1.Mai)
2. G8 Demo
3. Kongress in Köln
4. Fukushima und Antiatom
5. Aktuelles aus Stadt und Umland
Zu 1. Nachbereitung des letzten Monats:
Autonomes Centrum Altona: Am Samstag, den 23.4., wurde das ehemalige Altonaer Finanzamt in der Großen Bergstraße 264 von knapp 100 Aktivist_innen besetzt worden, um dort das Autonome Centrum Altona Bahnhof durchzusetzen.
Inzwischen sind die ersten Anzeigen eingetrudelt. Es werden vor allem zwei Straftaten vorgeworfen, Sachbeschädigung und gemeinschädliche Sachbeschädigung.
Interessant ist das in einer kleinen Kneipe, die in der Großen Berstraße dem Finanzamt gegenüber liegt, anscheinend Menschen mit Thor Steiner Klamotten waren. Aus der Kneipe heraus wurde nicht nur die Polizei mit Getränken versorgt, sondern auch viele Fotos gemacht.
Demo am 30.4. ein paar Stimmen der Auswertung:
- Große Demo (5000-6000) Leute
- Schön war, dass ob der geringen Polizeipräsents an der Demos diverse Sachen aus der Demo heraus laufen konnten und auch liefen.
- Nervig war, dass es viele Betrunkene in der Demo gab und sehr unbedacht geböllert wurde.
- In Altona ist teilweise etwas hirnlos vorgegangen worden.
- Das es nach der Demo nicht nur in der Schanze geknallt hat war auch gut.
- Zw. Vorderen Reihen und der Mitte war eine schlechte Kommunikation
Also: zur Demo gehen, stilvoll Plündern und verantwortungsvolle bzw. durchdachte Aktionen durchführen
Demos am 1.Mai und drumherum:
Euromayday wurde nicht groß besprochen.
Die Demo am Abend des 1.Mais wurde im Gegensatz zur Demo am Vortag mit einem starken Aufgebot eng begleitet, immer wieder gestoppt und aus dem Spalier auch immer wieder angegriffen.
Gefahrengebiet ist ein noch eher neues Mittel um die Leute von der Schanze fernzuhalten. Die Kontrollen wirkten teilweise etwas unmotiviert, viele „migrantisch aussehende“ Menschen wurden nicht in das Gefahrengebiet gelassen, aber typische „autonome Randalierer“ wurden reingelassen. Teilweise waren die Bullen an den Kontrollstellen ziemlich radikal, haben geschlagen, getreten und die Leute doof angemacht.
Es wurde noch etwas über die Bullentaktik diskutiert.
Zu 2. G8 Demo:
Dieses Jahr findet der G8 vom 26.-27.5.in Frankreich statt.
Es gibt eigentlich (nu wohl doch mit einem Camp) keine Mobilisierung dorthin, stattdessen wird weltweit zu dezentralen Aktionen unter dem Motto: „Kapitalismus und G8 ist überall, wir auch“ aufgerufen.
Für HH sind am 26. ein Aktionstag mit einem Infopunkt im LIZ geplant und am 27. wieder Aktionen, der Infopunkt und um 17h eine Demo (Route: Gänsemarkt, Dammtor, Holstenglacis, Sternschanze) geplant.
Weitere Infos: hamburgagainstg8.blogspot.de
Zu 3. Kongress für autonome Politik „Changing Realities“ am 17.-19.6.2011 in Köln:
Vor 1 ½ Jahren war der letzte Kongress. Dieser war der erste bundesweite (bzw. für den deutschsprachigen Raum) Kongress zu autonomer Politik seit 1995. Auf dem letzten Kongress, der hier in der Roten Flora stattgefunden hat, und nicht nur erfreulich war, haben sich viele für einen nachfolgenden Kongress ausgesprochen. Es ist zum einen eine Möglichkeit Themen zu diskutieren zu denen wir auf den ansonsten meistens Kampagnen ausgerichteten Treffen nicht schaffen und sich mit Menschen aus den verschiedenen Regionen auszutauschen. Jetzt ist ein neuer Kongress geplant und findet in Juni in Köln statt.
Es gab in den VV viele Stimmen, die sich für einen neuen Kongress ausgesprochen haben.
- Außerdem wurde Interesse aber auch Müdigkeit zur Militanzdebatte angemeldet.
- Bei vorhandenen sozialen Bewegungen kommen wir fast nicht vor (z.B. Antiatom), hier kann der Kongress hoffentlich helfen neue Stärke zu entwickeln.
- Auch schon vor 20 Jahren diskutierte Fragen müssen immer wieder neu angegangen werden, zum einen verändern sich die Diskutierenden aber auch die Gesellschaft.
Flyer, Plakat und der Reader liegen z.B. im Schwarzmarkt.
Zu 4. Fukushima:
In einem kurzen Input wurde erzählt, dass Maus Kontakt zu japanischen Wissenschafler_innen und linken Gewerkschafter_innen hat. Wie sich das in Hinblick auf eine Antiatombewegung weiter entwickelt bleibt dahin gestellt.
Am 1.Mai haben in Japan mehrere Hundert bzw. ein paar Tausend gegen die Atomkraft demonstriert. Auch wenn sich das gegenüber den hiesigen Zahlen als minimal ausnimmt ist das für Japan schon ein Fortschritt.
Positionen die in der Antiatompolitik des Mainstreams nicht vorkommen sind die herrschaftskritischen, die neben einer Kritik an den Atomkraftwerken, den Transporten … auch eine Kritik an der Atomlobby formuliert. Diese wird inzwischen auch an einem Ausstieg gut verdienen. Anhand eines Aufrufs für Block Brokdorf im Juni wurde eine unschöne Abgrenzungstendenz aufgezeigt. In diesem Flugblatt wollte die ansässige BI von ihrem „Hausrecht“ Gebrauch machen sollten sich Demonstranten nicht nach den von ihnen vorgestellten Regeln verhalten. (Glücklicherweise gibt es viele andere Aufrufe für diese Aktion, in denen diese Abgrenzungstendenzen nicht auftauchen). In der folgenden Diskussion wurde das kritisiert. Beteiligt euch an den systemkritischen, antikapitalistischen Blöcken.
Am 28.5. gibt es in 20 Städten in Deutschland Antiatomdemos u.a. auch in HH (Kiel, Bremen). Es wird einen Systemkritischern Anti – Vattenfall – Block bei der nächsten Anti – AKW – Demo am Sa. 28.5. – 11:30 am Jungfernstieg (http://www.moorburgtrasse-stoppen.de/).
Zu 5. Aktuelles aus Stadt und Umland:
Zomia ist immer noch räumungsgefährdert. Informiert euch über den aktuellen Stand (z.B. am 26.5. tagt der Stadtentwicklungsausschuss) der verhandlungen, unterstützt mit Plakaten … (http://zomia.blogsport.eu/)