avv am 15.4.2012

Bei der Vollversammlung am 15.4. gab es zwei Themen: Den Naziaufmarsch am 2.6. in Hamburg und das Papier der Roten Flora zum Übergriff von „Antiimps“ gegenüber einem „Antideutschen“ am 24.12.2011 (Zuschreibungen sollen hier nur den Ausgang des Konfliktes beleuchten und geben nicht unbedingt die Positionen der beteiligten Personen wieder).

2.6.:
Die nazis mobilisieren nach Hamburg zum „Tag der deutschen Zukunft“. Die Mobilisierung der Gegenaktivitäten läuft. Es existieren zwei Vorbereitungskreise. Einmal das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) und zum anderen ein Treffen um die Autonome Antifa.
Das HBgR plant Blockaden der Naziroute.
Die Antifa ruft zu dezentralen Aktionen auf, näheres im Internet (notddz2012.blogsport.eu)
Am 31.5. wird es ein Mobilisierungs-Konzert in der Flora feben, letzte Infos am 1.6.19h in der Flora

Übergriff:
Die Diskussion wurde allgemein als sehr konstruktiv empfunden. Hier nur ein paar Stichworte, den ganzen Verlauf zu schildern würde den Rahmen sprengen.
Es wurde weniger am konkreten Fall diskutiert als vielmehr allgemein über den lange schwelenden Konflikt „Antiimps“ vs. „Antideutsche“.
Konsens war, dass Gewaltanwendung innerhalb der linksradikalen Szene in keiner Weise akzeptiert werden darf. Opfer solcher Gewalt verdienen unbedingte Solidarität. Daran hat es in der Vergangenheit vielfach gefehlt, so fühlte sich der Betroffene vom 24.12. im Stich gelassen.
Ebenso wurde in der Diskussion abgelehnt, zur Lösung innerlinker Konflikte die Polizei zu Hilfe zu rufen. Zugleich wurde dies in der Diskussion aber eingeschränkt, am 24.12. wusste der Betroffene sich nicht anders zu helfen, und so wurde in der Diskussion festgestellt, wenn sich mensch nicht anders zu helfen weiß bedeutet das ein Versagen der Szene, die den Betroffenen die nötige Unterstützung versagt.
Diese Unterstützung zu leisten ist Aufgabe der Szene, und dadurch wird dann ein Rückgriff auf die Bullen überflüssig. „Kritische Solidarität“ wurde eingefordert.
Dazu gab es eine Gegenthese: Solidarität bedingt Auseinandersetzung mit politischen Positionen. Beide Seiten des Konfliktes, sowohl die „Antideutschen“ als auch Teile der „Antiimps“ hätten sich aber soweit vom restlichen linksradikalen Spektrum entfernt, dass keine gemeinsame politische Basis mehr besteht, und somit eine politische Solidarität nicht möglich ist.
Daraufhin schloss sich eine Diskussion an, wie die eigene politische Szene zu definieren sei.

Desweiteren wurde diskutiert, was eine Ächtung innerlinker Gewaltanwendung für mögliche Bündnisarbeit, z.B. zum Naziaufmarsch am 2.6., bedeutet. Soll man mit Gruppen, die Übergriffige nicht ausschliessen, nicht zusammenarbeiten? Hier wurde keine Antwort gefunden (anders als im Florapapier…)

Themen am 15.5. 19.30h in der Flora:
Geplante Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 2.6.