Autonome Vollversammlung 15.12.10

Aktuelles:

Silvester:
- Silvesterdemo zum Knast, 22:30 Uhr, Start: U- Bahnhof Feldstraße mit antirassistischem Schwerpunkt aufgrund des Selbstmordversuchs in Billwerder- Moorfleet.
- Kundgebung vor der Knast Holstenglacis ab 23:30 Uhr mit Musik bis ca. 1:00 Uhr

Bergedorf Demo:
- „Neonazis gemeinsam entgegentreten!“ am 15.01.11, Start: 15:00 Uhr, Lohbrügger Markt, aufgrund mehrerer Übergriffe auf Jugendliche von Faschos.
- dazu läuft eine längere Kampagne, auch wegen dem bevorstehenden Wahlkampf.
- dazu mehrere Veranstaltungen im Café Flop, z.B. 07.01.11 Vortrag über das Abschiebelager in Nostort/ Horst und 14.01.11 Info und Mobiveranstaltung zur Demo, jeweils um 19:00 Uhr
- mehr Infos auf dem Blog: AntifaBergedorf.blogsport.de

Dresden:
- Naziaufmarsch voraussichtlich am 13.02.11
- dazu Infoveranstaltung am 1. Freitag im Januar (?) in der Hafenvokü
- soll es wieder eine Bus-Orga geben?

Castornachbereitung:
- Papier „Eine Selbstkritik“ wird als Diskussionsgrundlage vorgelesen.
- gab im vor hinein zur Kampagne „Castor Schottern!“ Gruppe(n), die aus der Orga aus getreten sind, da die Aktionsform schon bei Gastortransporten in den Jahren davor inoffiziell aus autonom anarchistischen Zusammenhängen erfolgreich durchgeführt wurden und durch die Instrumentalisierung der Aktion zur Massenmobilisierung für diese derart nicht mehr tragbar waren.
- aufgrund der Massenmobilisierung zur Aktion „Schottern“, ist der Erfolg gering, die Strecken, die „geschottert“ wurden, wurden trotz dessen vom Transportzug befahren.
- aus autonom anarchistischen Zusammenhängen gab es kein anderes Konzept zu der
Schotteraktion, auch weil Schwierigkeiten bestehen derartige Konzepte „öffentlich“ zu machen und Anschlussfähigkeit zu vermitteln.
- auch fehlte Eigeninitiative in Gruppenzusammenhängen
- Vernetzungsarbeit zwischen kleineren autonomen Zusammenschlüssen fehlte
- Massenmobilisierung sinnvoll für derartige Zusammenschlüsse?
- auch Massenaktionen bieten Symbolik, die wichtig ist nach außen zu tragen
- Ist Massenmilitianz, durch die ständige Transparenz für Bullen+ Militär, möglich?
- Sollten Kleingruppen den Widerstand individuell planen?

IMK- Nachbereitung:
- Nachbereitungstreffen fand statt:
- Fazit der Aktionstage waren unterschiedlich:
> Aktionen wurden durchgezogen auch ohne Anmelder_in
> Bundesweite Mobilisierung hat nicht funktioniert
> An dem Do. und Fr. der Woche, also an den eigentlichen Konferenztagen, waren keine Aktionen mehr vorbereitet, da in der Vorbereitung der Überblick verloren ging
- Wäre die Demo doch am Wochenende nach der Konferenz sinnvoller gewesen?
> Presse hat gefehlt, durch die Terrorwarnungen
- „Gute“ Pressearbeit fehlte (Möchten wir das?)
- Aktionswoche wurde als positives Erlebnis empfunden, trotz wenig Menschen, aber unkontrollierbares agieren funktionierte
- Gelähmtheit auf den Demos stieß auf Unmut, aber Ausweichung auf andere Viertel hat funktioniert
- Solidarität und Vertrauen fehlte z.T..
- während Anti- Castorwoche entstanden Verwirrungen; die Aktionen waren nicht transparent genug war, um die Massen zu mobilisieren
- Anti- Castorwoche entzog den Menschen Energie und Zeit.
- Wie können wir neben Massenmobilisierungen eigeninitiativ handeln und kommunizieren?

Nächste AVV: 15.01.2011 19:30 Uhr!
Themenvorschläge:
- Silvesternachbereitung
- Pressearbeit/ Außenwahrnehmung, Wie? Was?
- Inhaltliche Planungen für das kommende Jahr (z.B. Aktionsformen als Agitationen (?))

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Protokoll der 10. Autonomen Vollversammlung im November

Thema der November VV, die wegen der Innenministerkonferenz (IMK) um einen Tag vorgezogen wurde, war die Nachbereitung der Demos zur IMK am 14.11. sowie die bevorstehenden Aktionstage vom 16.-19.11.

Die Demos vom Samstag wurden insgesamt als positiv bewertet.
Bei der AntiRa-Auftaktdemo waren über 1000 Leute, während des „Jump and run“-Mittelteils wurden kleine Spontandemos veranstaltet, bei einem Pelzgeschäft wurde gesprüht, im Valentinskamp wurden die Staatsanwaltschaft und Springer eingeworfen.
Bei der abendlichen Antirepressionsdemo waren 2500 Leute – und 3000 Bullen… Das ganze war ein fieser Wanderkessel. Anschließend war das Schanzenviertel von der Polizei sprichwörtlich besetzt.
In Altona gab es eine Spontandemo und Glasbruch bei einer Sparkasse.
Es gab an dem Tag 28 Ingewarsamnahmen, 3 Festnahmen. Teilweise wurde den Inhaftierten verweigert zu telefonieren.

In der Diskussion wurde bemängelt, dass wir mit der Mobilisierung nicht weitere Kreise ansprechen konnten, sondern das ganze sehr szeneintern blieb. Allerdings war die Vorbereitung auch bewußt auf eine explizit linksradikale Demo ausgelegt.

Das Jump and run – Konzept hatte Defizite in der Vermittlung im Vorfeld. Anregung: Aktionsworkshops für Aktions-Vorbereitung.

Anschließend wurden die Aktionstage vorgestellt. An dieser Stelle sei auf die betreffende no.imk.blogsport Seite verwiesen.

Am 15.12. ab 19.30h wird es in der Flora um die Nachbereitung der no-imk Aktionstage und des diesjährigen Castor-Widerstands gehen. Wir sehen uns!

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Protokoll der 9. Autonomen Vollversammlung

Am 15.10.2010 fand in Hamburg die monatliche Vollversammlung statt.

Themen waren der kommende Castor-Transport und die Innenministerkonferenz (IMK) in Hamburg vom 13.-19.11..

An die 80 Menschen waren erschienen, was sehr erfreulich ist.

Castor:
Am 23.10. gibt es einen bundesweiten Aktionstag, z.B. in Lüneburg, zur Streckenbesichtigung.
Es wird drei Camps geben, die ab dem 3.11. offen sein werden: Köhlingen, Metzingen und Hitzacker. Ausserdem soll es Camps in Langendorf undvor dem Zwischenlager geben.
Der Castortransport wird vermutlich am Freitag, den 05.11. starten, am selben Tag gibt es eine linksradikale Auftaktkundgebung in Lüneburg vom Hauptbahnhof zur Polizeieinsatzzentrale, Start ist um 18 Uhr.
Am 06.11. ist dann in Dannenberg die große Bündnisdemo, Start 13 Uhr.
Dieses Jahr wird es ein kollektives massenhaftes „Schottern“, d.h. Unterhöhlen der Schienen, geben. Teilnahme ist ohne großes Vorwissen möglich. Das Konzept ist offensiv angelegt, dabei liegt die Priorität auf dem Gleis-Schottern, evtl. aufziehende Polizei ist nicht der vordringliche Angriffspunkt.
Ausserdem wird es vom Camp Hitzacker aus eine gewaltfreie Sitzblockade auf den Schienen geben. Vom 6.-8.11. gibt es in Klein-Münzdorf die „Castor-Party“.
Es wird ein „Wendland-Radio“ geben zum Transport.

Sollte es im Vorfeld zu Hausdurchsuchungen o.ä. kommen, gibt es bundesweit am gleichen Abend Antirepressionsdemos, in Hamburg ist Treffpunkt 18 Uhr Sternschanze.

Auf der VV schloss sich eine Diskussion um Bündnispolitik und antagonistische Politik an. Eingefordert wurde u.a. eine Auseinandersetzung damit, dass die Grünen als „Kriegspartei“ an den Castor-Protesten teilnehmen, obwohl sie in letzter Konsequenz gar nicht gegen die Atomkraft sind. Ausserdem wurde das Konzeot, auf Promis zu setzen, kritisiert.

IMK:
Die Mobilisierung zu den Aktionstagen om 14.-19.11.und den Demos am 13.11. laufen.
Verwiesen sei hier auf die no-imk-blogsport- Internetseite.

Am 13.11. gibt es um 14Uhr eine Antira-Demo vom Hachmannplatz (Hbf) zum Domplatz, und eine Abenddemo um 18Uhr vom Gänsemarkt (Ort kann sich noch ändern!) zur Sternschanze. Dazwischen gibt es den Aufruf zum „jump and run“, einem „Schwärmen durch die Innenstadt“ mit einer Banbreite vielfacher Aktionen von Kleinkunst bis direkter Aktion.
Während der Aktionstage gibt es einen Infopunkt im Libertären Zentrum Karolinenstrasse, dort auch täglich Vokü.
Am 25.10. gibt es eine Infoveranstaltung in der Roten Flora um 19.30Uhr
Zum Programm der Aktionstage bitte auf der no-imk Internetseite informieren!

Achtung: Nächste Vollversammlung ist ausnahzmsweise am 14.11.2010!!!
Thema werden die no-imk Aktionstage sein.

Auf der VV am 15.12. dann wollen wir über das Sparpaket des Senats diskutieren.

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Protokoll der 8. Autonomen Vollversammlung

Am 15.09.2010, trafen sich ca. 60 Menschen in der Roten Flora zur 8. Autonomen Vollversammlung.

Tagesordnung:
1. Weiterführung der Debatte über militantes Leben und Denken
2. Aktuelles und Termine
3. Nachbereitung des Schanzenfestes

1. Weiterführung der Debatte über militantes Leben und Denken

Eingeleitet wurde die vom 15. August wieder aufgenommene Militanzdebatte mit einem einführenden Text aus der „Zeck“ und der „Prisma“.
Weg von einer alleinigen Definition des Militanzbegriffs hin zur Beurteilung unseres Verhaltens wurde die oft zur Schau gestellten militanten Haltung kritisiert. Das in einigen Situationen vielleicht unpassende Auftreten des „Schwarzen Blocks“ und die Verwendung von Begriffen auf Transparenten oder Aufrufen wie: “versenken, zerschlagen, angreifen usw.“ widerspräche unserer aktuellen Reaktion auf repressive Maßnahmen der Polizei. Das zum Beispiel von Demonstrationen aus linksradikalen Zusammenhängen Spaliere in Hamburg nicht mehr wegzudenken sind ist uns bekannt. Unsererseits wird darauf fast ausschließlich mit einem militanten Gestus reagiert, die praktische Umsetzung bleibt jedoch meistens aus. Dabei gibt es keinen Mangel an Gelegenheiten, sie werden nur nicht genutzt.
Wir befinden uns in einem desolaten Zustand, wenn wir nicht mehr primär darüber nachdenken was wir übermitteln wollen, sondern eher wie wir Demos überhaupt öffentlichkeitserreichend durchbringen können.
Dazu gab es einige Vorschläge wie wir uns aus einer doch oft ohnmächtigen Situation befreien können ( z.B. bei Spalieren weigern los zu gehen oder die Demo gar nicht erst anzumelden, das funktioniert in einigen anderen Bundesländern oder z.B. Berlin, wo auf einer Demo gegen Polizeigewalt einzelne Bullen massiv unter Druck gesetzt und danach versetzt wurden.)
Des weiteren wird der Gedanke nach alternative Aktionsformen vermisst ( z.B. „warm up´s wie Radioballett, Dachaktionen…) Kreative Ideen und Orientierung an Aktionsformen anderer Länder (z.B. Belgien und Frankreich) können Alternativen stellen.
Meist hilft auch einfach eine bessere Vorbereitung von Aktionen. Nach Organisationsprozessen in kleineren Kreisen können die Infos nachvollziehbar in größere Kreise transportiert werden. Letztendlich hilft es mehr zu planen, mehr einzukalkulieren und mehr mitzudenken. Ein Bewegungsbewusstsein zu schaffen und den Zusammenhalt zu stärken. Elementare Dinge wie organisierte Ketten auf Demos, Lautischutz und Kommunikation müssen besser durchdacht sein. Hier taucht das Problem auf, dass es uns an organisierten Leuten fehlt. Organisierung und Strukturierung ist existenziell für tief greifendes Handeln.

2. Aktuelles und Termine

Aktuelles:

Themenvorschläge für die nächsten AVV.
- Für den 15. Oktober werden Redebeiträge zum „Castor“ und zur „IMK“ vorbereitet.
- Für den 15. November sind alle aufgefordert sich über Themen Gedanken zu machen. Des Öfteren wurde sich gewünscht über „Definitionsmacht“ mehr zu erfahren und zu diskutieren doch hat sich bis jetzt keine_r gefunden, die darüber referieren würde. Wenn ihr Interesse habt meldet euch bei der Veranstaltungsgruppe!
- Aktuelle Situation in Weissrussland (Minsk)
- Indy

Vom 14. bis zum 17. Oktober findet der Antira-Kongress in Hamburg statt.

3. Nachbereitung des Schanzenfestes

EA Bericht:

Neu in diesem Jahr war, das die Schanze schon im Vorfeld zum Gefahrengebiet ernannt wurde.
Für ca. 20 Menschen wurde ein sogenanntes Gebietsverbot ausgesprochen.
Von ca. 40 Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, wurden 20 beim EA gemeldet. Besonders war, dass keine_r hat sich selbst gemeldet hat, sondern Beistehende den EA informiert haben. Wichtig ist hier noch einmal sich bei einer in Gewahsahm- oder Festnahme beim EA zu melden!
Eine Person sitzt wohl noch in U Haft. Ihr wird vorgeworfen ein Auto angezündet zu haben. Nach unseren Kenntnissen ist bei dieser Person kein Zusammenhang mit der linken Szene festzustellen. Daraus resultiert die Frage, wie wir uns in solchen Fällen verhalten. Zeigen wir uns trotzdem immer 100%ig solidarisch, muss es eine Art Mittelweg geben oder verhalten wir uns gar nicht? Hierzu gab es keine konkreteren Vorschläge, außer die Bitte sich über die Problematik Gedanken zu machen.
Das Schanzenfest sollte immer als Bühne für zugespitzte, soziale Verhältnisse gelten. Heute hat sich die Situation deutlich verändert.
Sexistische Bemerkungen, Neonazis in den Strassen, das ist nicht mehr unser Fest! Es wurde von Teilnehmer_innen gewünscht sich dazu zu verhalten um deutlich zu machen wofür wir stehen und wofür nicht! Das Fest ist angenehmer für uns, wenn wir zukünftig wieder mehr politische Präsenz zeigen. Das zweite Schanzenfest im letzten Jahr wurde als deutlich gelungener empfunden. Es war die politische Reaktion auf das 1. Fest.
Wenn uns besonders für den spätabendlichen Teil nichts einfällt überlassen wir das Feld den „Idioten“. Wie erreichen wir diese Leute? Wir müssen Tagsüber schon deutlich machen was Nachts nicht gewünscht ist.
Zum Beispiel hilft es Kriterien für militante Interventionen festhalten. Sie sollte zielgerichtet, keine unbeteiligten schadend, und für sich sprechend sein.
Handelt es sich bei z.B brennenden Autos immer noch um Konsumkritik und wie verantwortungsvoll läuft das ab? Unkontrollierte Brände können besonders in Wohnungsnähe gefährlich werden.
Perspektivisch ist eine langfristige und inhaltliche Vorbereitung nötig, die Selbstbeteiligung fordert.
Sie ist nötig um das Fest für uns alle wieder anspruchsvoller zu machen. So wie in diesem Jahr und in dieser Form kann das Fest nicht mehr stattfinden.

Die nächste AVV findet am 15.09.10 um 19.30Uhr in der Flora statt.

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Protokoll der 7. Autonomen Vollversammlung

Am 15.08.2010, trafen sich ca. 50 Menschen in der Roten Flora zur 7. Autonomen Vollversammlung.

Tagesordnung:
1. Debatte über militantes Leben und Denken
2. Schanzenfest
3. Sonstiges

zu 1. Debatte über militantes Leben und Denken

Aus einem Einleitenden Text entwickelten sich zwei mögliche Ziele für die Debatte. Zum einen die Auseinandersetzung mit dem Begriff Militanz und zum anderen die Wiedererlangung eines selbstbewussten militanten Bewusstsein.

Dazu wurden für den Arbeitsprozess einige Fragen in den Raum gestellt:
Gibt es militante Rituale (1.Mai, Schanzenfest)?
Wird militantes Denken oder werden militante Mittel häufig nicht eingesetzt?
Setzt militantes agieren einen Umgang mit den Repressionsorganen voraus?

Nach der inhaltlichen Einleitung gab es einen kurzen Erfahrungsbericht zu dieser Thematik aus Berlin. Bei der Debatte um Militanz in Berlin verschob sich diese zu einer Debatte um Gewalt. Die Teilnehmer_innen hatten unterschiedliche Auffassungen zur Gewaltanwendung z. B. wurde auch besprochen ob Menschen den Tod/ Mord in Erwägung ziehen.
Die Debatte hatte eine sehr verhaltenen und gebremsten Charakter, da nicht klar war, wie sicher bzw. unsicher der Rahmen war.

Nachdem die Teilnehmer_innen in Hamburg sich in fünf Kleingruppen ausgetauscht und diskutiert hatten wurden die Eindrücke gesammelt.

Gruppe 1:
Militanz bedeutet nicht gleich Gewalt oder ist aktionsbezogen, viel mehr ist sie als ein Lebensentwurf zu verstehen. Das Problem des militanten Lebensentwurf ist: Früher oder später werden durch Repressionen Grenzen gesetzt. Der/Die einzelne muss Aktionen und Aktionsformen abwägen (Was lohnt sich? Spare ich mir „das erwischt werden“ für was anderes auf?).

Gruppe 2:
“Mackermilitanz“ ist ist durchaus nachvollziehbar und menschlich bei Aktionen in Kleingruppen. Dabei sollte aber immer der Sinn dieser Aktionsform deutlich sein und das Bewusstsein über die Gewaltanwendung vorhanden sein.
Das leben von Menschen zu gefährden ist grundsätzlich bei Bullen und Repräsentanten des Staates nicht legitim. In einer Verteidigungssituation gegen Nazis jedoch nicht ausgeschlossen.

Gruppe 3:
Der Begriff der Militanz wird zunehmend negativ von den Medien beeinflusst. Wünschenswert ist, das militante Aktionen keine Leben gefährden, Kritikfähigkeit sollte vorhanden sein und es muss eine klare Abgrenzung zu Staat und Nazis geben. Wenn diese Sachen gegeben sind, dann trauen sich vielleicht mehr Menschen an Aktionen teil zu nehmen. Gegenüber militanten Aktionen sollte sich in jedem Fall solidarisch verhaltenen werden, was jedoch Kritik nicht ausschließen sollte. Militanz ist kein starres Konstrukt sondern viel mehr ein sich den Umständen anpassender Verlauf.

Gruppe 4:
Militanz sollte eine Aktionsform sein und bleiben, denn Mensch kann nicht 24/7 auf „Konfrontation“ aus sein. Wichtig ist das keine Hierarchie der Aktionen entsteht, denn die verschiedenen Aktionsformen können häufig nur zusammen stehen. Jedoch sich die einzelnen Aktionen unterschiedliche zu sehen da die möglichen darauf folgenden Repressionen unterschiedliches Ausmaß haben. Ein Ziel sollte sein, dass wir von Subjektiven zu Kollektiven Aktionsformen zurück kommen.

Gruppe 5:
Militanz hat sich seit den Siebzigern stark verändert. Die Gefangenenbefreiung gehörte z.B. regelmäßig zu Aktionen. Mit militanten Aktionen soll kein Wohlwollen der Bevölkerung erreicht werden, sie sind Aktionen der militanten Linken gegen den Staatsapparat und sollen auch als dieses verstanden werden. Es muss jedoch darüber nachgedacht werden in wie weit militante Aktionen auf Demos angebracht werden/ ob sie überhaupt dort hin gehören. „Krawalltourismus“ ist kein bestandteil militanter Politik/Aktionen.

Weiter im Rahmen des gesamten Plenums wurde es für eine gute Idee gehalten Eckpunkte von militantem Verhalten zu definieren und festzuhalten. Hierzu gibt es bereits Texte z.B. bei Direct Action (Name ist nicht bekannt).

Debatte 1 wird zu 2. Schanzenfest

Es wurde über die Benutzung des Begriffes „Krawalltourismus“ diskutiert. Er sollte durch soziale Unruhen ausgetauscht werden, da die Menschen u.a. vom System gebeutelt sind und in diesem Zusammenhang ist die Reaktion legitim. Dies wurde nicht von allen geteilt, es wurde darauf hingewiesen nicht alle „über einen Kamm zu Schären“. Außerdem werden Begriffe wie z.B. „Krawalltourismus“ von den Medien produziert und Veranstaltungen und Feste wie z.B. das Schanzenfest zu entpolitisieren. Jede/Jeder sollte mit welchen Mitteln auch immer ihren/sein Unmut äußern dürfen. Es darf kein politischer Anspruch gestellt werden, denn nicht immer kann/muss es eine Begründung dafür geben. Genau für diese Zuspitzungen sind Rituale wie das Schanzenfest oder der 1. Mai geeignet, da sie dort Raum finden.
Die Linksradikale Bewegung hat kein Monopol auf Gewalt beim Schanzenfest oder beim 1.Mai. Sie sollte mal über den „Tellerrand“ schauen und in Kontakt gehen. Es gab bereits positive Erfahrungen von Diskussionen mit Schanzenfestgänger_innen und Bürger/innen. Gemeinsame Diskussionen, Ziele und Handlungen können den politischen Aspekt stärken.
Jedoch wurde es auch als schwierig gesehen, Aktionen mit Menschen durchzuführen die pol. „nicht korrekt“ sind und teilweise Dinge machen die nicht vertretbar sind.

Für das bevorstehende Schanzenfest kam die Idee Flyer mit pol. Inhalt für die weniger pol. Motivierten Schanzenfestbesucher_inenn zu entwerfen. Wir müssen deutlich machen wie wir das Fest wollen und Wege finden wie wir dementsprechend intervenieren können. Neue Ideen und Aktionsformen vor, beim und nach dem Fest könnten zu dem Prozess beitragen.

Zu 3. Sonstiges

Es gab zu anderen Themen kein Gesprächsbedarf.

Eine gezielte Debatte über Militanz wurde auf September vertagt.

Die nächste AVV findet am 15.09.10 um 19.30Uhr in der Flora statt.

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Protokoll der 6. Autonomen Vollversammlung

ca. 60 Personen anwesend

Tagesordnung:

1. Schanzenfest – Situation, Aktuelles
2. Berliner AVV – Vernetzung, Ablauf
3. Flora – Situation
4. Aktuelles
5. Termine
6. Ausblick

1. SCHANZENFEST

Zunächst wurde davon ausgegangen, dass es keinen Verhinderungsversuch des Festes seitens des Bezirks, des Senats o.ä. geben wird. Doch Warmke-Rose (Bezirk Altona) sucht den Konflikt mit der Innenbehörde und strebt ein Verbot des Festes an, wenn sich kein Anmelder_In finden wird. Vermutlich fordert der Bezirk dieses Jahr für ein Verbot des Schanzenfestes, um nicht wieder vom Senat verantwortlich für die abendlichen/ nächtlichen Ausschreitungen gemacht zu werden (siehe 2009). Durch Verneinung der Duldung des Festes seitens des Bezirkes hat nun die Innenbehörde die Entscheidungsgewalt. Warmke-Rose wird durch weitere Bezirke insofern in seinem Vorhaben unterstützt, als dass diese sich bereiterklärt haben, ihm Ordnungsamtsmitarbeiter_Innen zur Seite zu stellen. Die Innenbehörde hält sich weiter mit Stellungnahmen zurück, ist aber noch für eine Duldung des Festes.

Egal, was Bezirk/ Innenbehörde oder sonst wer sagt, natürlich findet das Schanzenfest statt. Terminiert ist es bereits auf den 04.09.2010. D